„Sind Sie echt?!“

So, die Blogsaison ist wieder eröffnet! Der letzte Artikel ist ja schon einige Zeit her, und einige Leute haben mich schon gefragt, ob ich denn jetzt aufhöre mit bloggen.

Nein.

Natürlich nicht.

Aber mein Kalender war ziemlich voll in letzter Zeit, und da ist der Blog ein wenig zu kurz gekommen.

Viel hat sich getan bei mir in letzter Zeit, von der Führerscheinprüfung bis hin zum Haus-Lea-Fest, vom Abschluss des ersten Semesters meiner Ausbildung bis hin zum viel unterwegs sein zu diversen Veranstaltungen wie die SpiriNight im Pinzgau (Salzburg).

SpiriNight. Eine Veranstaltung der Katholischen Jugend für Firmlinge. Ein Abend mit ganz vielen verschiedenen Workshops, mit Gebet und Vorbereitung auf die Firmung.

Und, wie kann es anders sein, mit einem einzigartigen Workshop zum Thema „*I will follow him* Ordensleben heute“ 😂, gestaltet von Jenny, unsere Postulantin und mir.  Ähnlichkeiten mit Sister Act sind rein zufällig! 😆Ein Workshop dauerte so 30 Minuten, und sobald Jugendliche da waren, fingen wir an.

Und da kamen tatsächlich so ein paar Mädels in den Raum, und bevor wir anfangen konnten mit unserem Programm, zeigte eines der Mädchen auf, und meinte, sie müsse uns etwas sehr wichtiges fragen. Wir waren überrascht, weil normalerweise die Jugendlichen eher später fragen.

Und dann platzte sie auch schon mit der Frage heraus: „Sind Sie echt?!“

Ich war kurz sprachlos, dafür antwortete Jenny sofort mit: „Die ist noch vom Fasching übergeblieben!“ 😂🔝🤣

Na ja, jedenfalls haben wir das schon geklärt, dass ich echt bin.

Und doch macht mich diese Frage nachdenklich.

Ich bin ja nur froh, dass die Faschingszeit vorüber ist.

Es gibt wahrscheinlich nicht wenige, die glauben, dass wir jungen Schwestern nicht echt sind.


Echt sein.

Glauben leben.

Bekenntnis zeigen.

Themen, die Jugendliche und junge Erwachsene schon umtreiben.

Auch mich.

Vor kurzen hat mich ein junger Muslim aus Deutschland auf Facebook angeschrieben, ob er mir Fragen über unseren Glauben stellen darf. Er möchte so viel wissen, aber er findet keine jungen Christen, die wirklich über ihren Glauben Bescheid wissen.

Von meiner Erfahrung her sind junge Christen, die über ihren Glauben Bescheid wissen, die Bibel lesen, beten, und sogar in die Kirche gehen, Freaks.

Außenseiter. Komisch. Uncool.

Weil Glaube in den Sektor Privatsache geschoben wird und nicht salonfähig ist.

Aber genau das Gegenteil ist der Fall!

Und deswegen machen Veranstaltungen wie die SpiriNight Hoffnung. Hoffnung auf eine neue Generation voller Glauben!

Wenn du sehen möchtest, dass es diese jungen Leute tatsächlich gibt, hier ist ein Link zu einem Video, der die Atmosphäre sehr gut eingefangen hat: Video SpiriNight


Ja, die Fastenzeit hat begonnen.

Nein, eigentlich sind wir mittendrin, in dieser Vorbereitungszeit auf Ostern…

Fastenzeit.

Jetzt ist die Zeit zum Abschminken.

Zeit, zum Ich zurückzukehren.

Zeit, zu Gott zurückzukehren.

Zeit, sich mit dem Kreuz schmücken zu lassen.

Zeit für etwas weniger.

Zeit für mehr Bewusstsein.

Zeit für…

Wofür nimmst du dir Zeit?

Und so komm ich jetzt langsam wieder zum Abschluss dieses Blogbeitrages.

Achja.

Eine Sache muss ich noch teilen!

Ich hab die Führerscheinprüfung hinter mir!

Quelle: Fahrschule Höglinger Vöcklabruck

Hah, das war ein Belastungstest für meinen Konvent! Ich hatte doch kurzzeitig große Ähnlichkeiten mit einem aufgeschreckten Hühnchen! 😂🐓

Und ich muss an dieser Stelle schon mal den Mut meiner Mitschwestern würdigen, die haben nämlich ziemlich viel vorbereitet, auf Risiko natürlich, weil ich hätt ja auch durchfallen können…

Sogar ein Lied haben sie gedichtet und mir vorgesungen!!!

Heute haben wir Grund zum Lachen, varia,

Ida kann jetzt viele Sachen, Varia.

Sie ist nun von Prüfung frei,

Stress und Ängste sind vorbei. Varia, varia,…

.

jetzt darf sie alleine lenken, Varia.

Braucht nicht an den Prüfer denken, Varia.

Langsam oder temporeich,

das ist nun dem Lehrer gleich. Varia, varia,…

.

Wir sind heut die Gratulanten, Varia.

Im Namen aller gut Bekannten, Varia.

Wünschen wir dir Glück ganz viel

und ein gutes Fahrgefühl! Varia, varia,…

Nach der Meldodie „Lustig ist das Zigeunerleben“ 😂


Am Nachmittag gab es dann eine denkwürdige Fahrt mit einem uralten Auto….

Ich hab irgendwie im Gefühl, dass wir über diese kurze Fahrt noch lachen werden, wenn wir alt sind. Warum möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen 😂🙈🚗


Jedenfalls ist bis jetzt unser Auto noch heil, ich habe gelernt, dass wenn im Auto die Heizung auf 29 Grad gestellt ist, es ziemlich heiß wird im Auto 😂 und ja, im Zweifelsfall: „Der Mensch denkt, und Gott lenkt!“

An dieser Stelle auch ein Danke an meinen Fahrlehrer! (Keine Ahnung, ob er das liest, aber egal 😂✌🏼)

Und jetzt verabschiede ich mich wirklich und verspreche, dass die nächste Pause nicht soooooo lange wird wie die letzte 😉

Eine gesegnete Fastenzeit wünscht

Sr. M. Ida

Jung, bunt, laut, zahlreich… gläubig und hungrig nach #MEHR2017 und holy fascination!

Eine grosse Halle, bunt durch zahlreiche Lichteffekte, 10 000 Menschen, die laut mitsingen.

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Das ist nicht der Schauplatz eines Rockkonzertes.

Etwas ähnliches. Aber doch anders.

Denn die Menschen singen mit vollem Herzen für Gott.

Ja, du hast richtig gelesen.

Auch die Zahl stimmt.

10 000.

Und sie beten.

Alle.

Das war die MEHR 2017, die Gebetshaus Konferenz in Augsburg!

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Ich möchte dir nur sagen, bevor du weiterliest: Wenn du Gott kennst, wird nichts, was ich schreibe, dir jetzt seltsam vorkommen. Wenn du Gott noch nicht kennengelernt hast: Manche Dinge, die ich schreibe, kannst du wahrscheinlich nicht verstehen. Macht nichts. Wer weiß? Vielleicht wächst in dir ja die Sehnsucht, den Gott kennenzulernen, der dich unendlich liebt, dich geschaffen hat und der für dich ganz persönlich seinen eigenen Plan hat! Ich wünsche es dir!

Eine dichte Zeit liegt hinter mir.

Viel ist passiert. Vieles, was ich nicht gar nicht fassen kann.

Die MEHR ist eine Konferenz, in der durchgehend Lobpreis und Gebet erklingt, unterbrochen von Vorträgen von verschiedenen Personen wie Dr. Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg), P. Raniero Cantalamessa (Vatikan), Ben Fitzgerald (Godfest Ministrier), Walter Heidenreich (FCJG Lüdenscheid).

Eine Zeit für Gott.

Ganz ehrlich?

Ich werde in diesem Blogbeitrag nur einen Bruchteil der Stimmung beschreiben können.

Gebetsatmosphäre können keine Bilder oder Videos bezeugen.

Wenn alle beten, ist das Gebet zum greifen nah!

Holy fascination!

„Du hast die Fähigkeit, fasziniert zu sein!“ (Johannes Hartl)

„Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der eine Erfahrung mit Gott gemacht hat, und dann sagt: Ja, eh ganz okay…“ (Johannes Hartl)

Fasziniert von Gott.

Ich bin auch noch sehr fasziniert. So sehr, dass ich nicht einmal eine Struktur für diesen Blogbeitrag habe.

Mein Herz ist voll!

Voll von Gott.

In einer Pause auf dem Weg nach draussen sagte ein mir unbekanntes Mädchen hinter mir zur Begleiterin: „Es ist schön, sich wieder mal erlauben zu dürfen, einfach zu sein.“

Der Satz klang in mir nach, so sehr, dass ich ihn mir dann aufgeschrieben habe.

Warum müssen wir es uns erlauben, zu sein?

Als gläubige Menschen?

Zu viele Menschen, die nicht an Gott glauben? Die mit Gott nur die katholische Kirche verbinden und dabei vergessen, dass die katholische Kirche nicht die Religion ist? Zu viele, die einen belächeln, wenn man seinen Glauben bekennt? Psst, ich bin Christin, und ich gehe sogar in die Kirche und bete, aber das darf ja niemand wissen?

Es ist Zeit, aufzustehen vom Schlaf!

Die Botschaft wieder in die Welt bringen, und den Menschen von Jesus erzählen.

Denn du wirst geliebt. Du bist ein „unnötiges Luxusprodukt Gottes“, ein Wunsch, den er sich erfüllt hat!

10 000 Menschen bei der Konferenz, und unzählige am Livestream und Radio stehen dafür, dass der Glaube nicht tot ist!

Und eines muss ich noch sagen…die Leute waren normal!

Von der gefärbten Blondine mit unechten Wimpern bis zum Nerd, vom Hiphopper bis zum alternativen Kleidungsstil, von Ordenschristen bis zu Typen mit Harley Davidson T-Shirts, alles war vertreten! Christen erkennt man scheinbar doch nicht an der Kleidung…sondern daran, wie sie leben und wie sie reden!

„Über den Wolken scheint immer die Sonne. Wenn du die Sonne nicht sehen kannst, bist du einfach zu tief unten!

Und wenn alle Menschen sich die Augen ausstechen lassen würden und blind wären, gäbe es die Sonne immer noch, auch wenn sie sie nicht sehen.

Und wenn noch so viele Menschen Gott nicht sehen können, das ändert NICHTS an der Existenz Gottes!“ (nach Johannes Hartl)

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Wir müssen nichts tun für unsere Erlösung, Jesus hat uns erlöst.

„Es gibt keine andere Reaktion auf die Offenbarung Gottes als Gott anzubeten!“

„Dass so viele Leute hier für Jesus zusammenkommen, ist das kein Grund für Faszination?“

P. Raniero Cantalamessa OFMCap

Lobpreis.

Lieder, mit den Instrumenten der heutigen Zeit, zur Ehre Gottes.

Ein Video, damit du dir das vorstellen kannst:

Link zum Video

Neben dem Mehr-Auditorium (ebendiese Halle, wo der Lobpreis stattfand) gab es noch die Mehr-Plaza, mit dem Gebetshausshop, viele Stände von verschiedensten Organisationen, und den Ess-Bereich. Im anderen Teil der Messe Augsburg war die Kinderbetreuung, der Teenstrack, die Kinder-Mehr sowie ein Raum für Stille und Beichtmöglichkeit untergebracht.

In der Mehr-Plaza fanden viele Begegnungen statt, ich möchte jetzt einfach ein paar Fotos teilen. Ich war übrigens mit 3 Franziskanern und einer kleinen Gruppe unterwegs.

Am Anfang der Konferenz bekamen wir alle den Auftrag, ein Selfie zu machen. Brav ausgeführt 😉

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Br. Rufino und ich unterstützen mit einer Postkarte mit Ermutigung verfolgte Christen:

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Endlich, endlich unser Papst-Selfie 😉2

…und wir unterstützen den Papst auch…zumindest spontan mit einem Tatoo 😉

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Das letzte Selfie im Auditorium:

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Selfie vor der Halle mit der ganzen Gruppe inklusive interessanter Gesichtsausdrücke…

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Und weil ich das Foto irgendwie künstlerisch wertvoll finde, und es für unsere gefrorenen Zehen steht, P. Darius beim Eiskratzen 😉

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Vieles habe ich nicht auf Foto, vor allem nicht die interessanten Begegnungen.

Wie zum Beispiel mit einem jungen Priester, der auf mich zukam, mir die Hand gab, „Salzburg“ sagte, ich bestätigte mit „Salzburg“, und er war wieder weg. Ähm. Ja. Ich habe keine Ahnung, wer er war…vielleicht warst du dabei und weisst es? Er hatte eine Lorettoweste an, mit der Aufschrift „neues Feuer braucht das Land“ 😉

Ich komme jetzt zum Abschluss. Jetzt ist etwas anderes dran. Ruhe, Schlaf (hab ich erwähnt, dass der etwas zu kurz gekommen ist? Wir sind immer so 23 Uhr ins Quartier gefahren…und bis man dann wirklich mal im Bett liegt, das kann dauern 😉 ) und Vorbereitung auf die Arbeit und die Schule.

Der Alltag fängt wieder an!

Und so schliesse ich mit einem Zitat von Weihbischof Florian Wörter (Predigt):

„Wir gehen anders von dieser Mehr weg, als wir gekommen sind. 

Und wir lassen uns nicht runterziehen!

Der Alltag kann schön sein.

Doch mit Gott ist er wunderbar!!“

In diesem Sinne,

Pace e bene!

Sr. M. Ida

Ps: an alle, die mich auf der Mehr auf meinen Blog angesprochen haben und sogar gesucht haben, an dieser Stelle ein besonderer Gruß! 😉

„Da liegt ein Mensch in meinem Essen!“

…oder so ähnlich könnte sich der Ochs im Stall zu Bethlehem gedacht haben. 


So zitierte der Priester in der Predigt am Weihnachtstag eine Karikatur. 

Ja, da liegt ein Kind auf einem Bündel Stroh.
Es ist Weihnachten.

Doch ab wann ist Weihnachten? 

Ab „Stille Nacht“?

Ab dem Geschenke auspacken?

Soll ich dir was verraten?

Für mich war schon früher Weihnachten!


Weihnachten ist, wenn es läutet, und eine Mutter mit dem 12jährigen Sohn vor der Türe steht, und dieser uns Süßigkeiten und Getränke überreicht für die Kinder im Haus Lea. Diese hat er aus eigenem Antrieb von seinem Taschengeld gekauft. Einfach so. Die Familie kennen wir nicht einmal. Für eine andere soziale Einrichtungen hat er Kekse gebacken. Und ich frage mich, was eigentlich meine Ausrede ist. Freude machen geht doch so einfach.


Weihnachten ist, wenn eine Mitschwester, die ich zufällig am Gang im Mutterhaus treffe, mich fragt, ob ich ihr schnell helfen kann. Sie braucht wen, der ihr schnell den Klettverschluss beim Schuh aufmacht, sie kann sich nach einer Operation noch nicht gut bücken. Und ich ihr diesen Wunsch ganz einfach erfüllen kann. Für mich eine Handbewegung. Und der Lohn ist ein Lächeln, das von innen kommt.


Weihnachten ist, wenn eine Wohltäterin des Haus Lea für uns Schwestern und die Frauen ein ganzes Abendessen kocht und uns bringt. Für die gemeinsame Weihnachtsfeier und aus diesem gemeinsamen Essen tiefgehende Gespräche werden. 

Ich könnte noch lang so weiterschreiben. 

Weihnachten ist, wenn wir Menschen werden. Wie Gott.

Und nicht wie der Ochs das Wunder der Menschwerdung Gottes verpassen, weil wir nur das sehen, was wir nicht verstehen und uns nicht passt.

Weihnachten bei uns im Haus Lea war wunderschön. Ein Fest.

Wir feierten mit zwei Priestern aus nahegelegenen Pfarren, die sonst alleine gewesen wären.

Um 18 Uhr starteten wir mit einer Andacht, gingen mit Weihrauch durch alle Räume und segneten das Haus, danach beteten wir die Vesper im Gebetsraum, und lasen das Weihnachtsevangelium.


Wir wünschten uns gegenseitig ein frohes Fest, und den besinnlichen Teil schlossen wir mit dem Lied „Stille Nacht“ vor dem Christbaum und der Krippe ab.


Danach genossen wir das Festessen.

Christmette um 22 Uhr, danach noch gemütliches Beisammensein mit Punsch trinken, Kekse essen und Packerl öffnen 🙂

Dazu gibt es ein abendliches (oder morgendliches, je nach dem 😆) Selfie: 


Es klingt nicht sehr spektakulär, wenn ich das so schreibe.

Spektakulär ist ja auch nicht das Fest selber, sondern der Grund.

Das ein Kind in der Krippe liegt. 

Gott.

Und so wünsche ich dir noch gesegnete Weihnachten und einen guten „Rutsch“ ins neue Jahr!

Bis nächstes Jahr! 

Pace e bene!

Sr. M. Ida

Was ist das für 1 life? Oder eher: Was ist das für 1 Gott?!

Was ist das für 1 Weihnachten? Was ist das für 1 Kind? Was ist das für 1 Generation? Was ist das für 1 Jugendwort?!
Also, keine Panik, ich bin jetzt nicht völlig verrückt🙂 ich philosophiere nur zum österreichischen Jugendwort 2016 (Jugendwort2016 Link)… 

Die ruhige Adventszeit (die ihren Namen nicht mehr so recht verdient hat, denn unter ruhig verstehe ich was anderes) schreitet voran. 

Und bald ist Weihnachten.

Und ich werde wieder vor der Krippe stehen, und mir versuchen vorzustellen, wie es damals war, damals, als Maria in einem Stall das Kind zur Welt gebracht hat, ein Kind, dem großes bevorstand, denn es ist Gottes Sohn.


Und wieder werde ich mich fragen, was ist das für ein Gott? 
Ach ja, wir wissen doch eh, was das für ein Gott ist. Ein alter Mann halt, der auf der Wolke sitzt und lächeln hinunterschaut.
Hab ich doch fast vergessen. 
Oder ist Gott doch ganz anders?

Ich jedenfalls bin überzeugt davon, dass Gott ganz anders ist! 
Denn das Kind in der Krippe und der Mann auf der Wolke passen nicht recht zusammen.
Jeden Tag bin ich auf der Suche, auf der Suche nach Gott.
Im Gebet, in der Messe, in den verschiedensten Gesprächen, in der Schule, in der Arbeit, draußen, überall.


Und ich finde Gott. 
Wenn ich will.
Wenn ich mein Herz öffne. 
Und meine Augen.
Und ich glaube, jeder kann Gott finden. Augen und Herz öffnen ist aber Voraussetzung! 


Jetzt noch eine Christkindlmarkt-Impression:
Ein „Krebshilfe – Engerl startet auf uns (eine Freundin und ich) zu und fängt an, uns ihren Vortrag zu halten. Plötzlich stutzt sie, schaut um mich herum und fragt mich, ob ich eine echte Nonne bin. Es gibt doch nur alte oder?! Tja… Ich bin schon echt… Echter als dieses „Engerl“ jedenfalls schon! 😂 (ich hab dann übrigens einen Riesenapfel bei den Losen der Krebshilfe gewonnen… Immerhin 😁) 

Eine Begegnung der ganz anderen Art hatte ich noch an diesem Gaudete-Sonntag, die mich nachdenklich stimmt.

Ich wartete auf meine Freundin,  da sprach mich ein Obdachloser an. Er sagte mir gleich, dass er Alkoholiker sei, das sei ihm wichtig, dass ich das weiß. Und erzählte mir von seinem Glauben. Ein interessantes Gespräch folgte. Unter anderem betonte er, dass er ein „Obdachloser mit Stil“ sei, also rasieren,  duschen und saubere Wäsche ist ein Muss! 

Dann kamen zwei andere,  jüngere Männer und fragten ihn, ob er ihnen etwas geben könne. Er kramte in seiner Tasche, fischte  5 € in Münzen heraus und gab ihnen drei Euro. Die beiden zogen zufrieden wieder ab. 

Und er erklärte mir seine Glauben. 

Denn solange er noch mehr hat als andere, gibt es für ihn keinen Grund, ihnen nichts zu geben. 

Teilen. Helfen. Wie Gott. 

Er fragte mich, ob ich seinen Glauben richtig finde. Ich antwortete, dass ich vor seinem Glauben und vor seine Taten großen Respekt habe. Dem Mann liefen Tränen über die Wangen.

Und ich frage mich wieder, was ist das für ein Gott, der der Auslöser ist, dass Menschen so handeln?

Übrigens hat er mich um nichts gebeten. Er wollte kein Geld von mir. Er wollte nur ein ehrliches Gespräch führen. Not kann viele Gesichter haben…

Gott im anderen erkennen… 


 

So, genug philosophiert🙂
Was ist bei mir so los?
Vieles! Wie gesagt, ruhige Adventszeit 🙂
Montag, Dienstag, Mittwoch bin ich im Hort. Nikolausfeier, Adventkalender, Vorfreude… 

Donnerstag, Freitag, Samstag sitze ich in der Schule und lerne über diversity competenz, Familiensysteme usw.
Sonntag. Da ist auch immer irgend was. 
Also langweilig wird mir nicht!

Im Konvent wird geschmückt, immer wieder entdecke ich neues. 


Entdecken. Das ist denke ich das Wort, das mein Leben grade am besten beschreibt.

Ich entdecke meine Mitschwestern, meine Kolleginnen, die Kinder, meine Mitschüler…

Und Gott. Das Kind in der Krippe. 

Und so wünsche ich dir ein gutes Zugehen auf Weihnachten, ein offenes Herz und offene Augen, damit du ganz persönlich die Frage „Was ist das für 1 Gott“ beantworten kannst!


Pace e bene, 

Sr. M. Ida

Ps.: falls du einer derjenigen bist,  in der meinen Blog abonniert hat und sich ein wenig gewundert hat, warum da nichts da war, das war ein Versehen 😆 aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude…..

23 Jahre alt und im Kloster?!

Gemeinschaftsleben.

Das ist mehr als eine Wohngemeinschaft.

Mehr als „nur“ zusammen leben.

Mehr als nebeneinander leben.

Was ist das denn? Gemeinschaftsleben?

Kann das überhaupt gelingen?

Ein realistischer Blick in meine Gemeinschaft:

Altersmässig viele Urgroßmütter. Großmütter. Wenige Mütter.

Und wir. Drei U40.

Hm. Ich, eine U30.


In letzter Zeit treffe ich immer wieder auf Menschen, denen mein religiöses Leben ganz fern ist.

Die einen hören in meiner Gegenwart zu fluchen auf, die anderen haben sehr viel Respekt vor mir, wieder andere lassen mich eher spüren, dass ich nicht so ganz normal sen kann, wenn ich diesen Weg gehe.

Hm.

Ich frage mich immer wieder, wie das Bild vom Ordensleben in den Köpfen der anderen ist.

In den Köpfen anderer? Oder in meinem? Im Kopf meiner Mitschwester? Jünger, älter?

Egal. Es gibt so viel verschiedene Bilder vom Ordensleben oder Kloster wie es Menschen gibt meiner Erfahrung nach.

Welches Bild präge ich?


Ich denke, es ist sehr wichtig zu bedenken, dass ich nur ein Bild von meinem persönlichen Leben nach außen trage. Es gibt wenig junge Schwestern. Und jede lebt anders. Jede hat einen anderen Schwerpunkt, jede hat eine eigene Geschichte.


DAS Ordensleben gibt es nicht. Jede Ordensgemeinschaft ist anders. Jede junge Schwestern ist anders. Jede ältere Schwester ist anders. Und meine ganze Gemeinschaft ist nicht wie ich. Ich bin nicht meine ganze Gemeinschaft. Nur ein Teil davon.

Nun, für mich ist Medienarbeit wichtig, meine bunten Schals sind mir wichtig, und sehr viel persönlicher Kontakt, das ist für mich am wichtigsten.

Und doch möchte ich auch nicht auf einen gewissen grünen Schal reduziert werden. 🙂

Wenn ich Bilder von den Schwestern meiner Gemeinschaft betrachte, fällt mir immer wieder auf, dass wir überhaupt nicht gleich angezogen sind. Jede ist anders. Schwarz, grau, weiß, Schals in allen Farben, Schwestern, die mit oder ohne Ordenskleid unterwegs sind….


(Okay, keine Schals auf diesem Foto….war wohl ein heißer Tag 🙈😆)

„Die andere in ihrer Persönlichkeit, in dem was ihr wichtig ist, und vor allem in ihrem Alter achten. “

Der Schlüssel zum Gemeinschaftsleben?

Nein, der Schlüssel ist mehr.

Der Schlüssel dafür ist unser Glaube, der diese Achtung voreinander erst möglich werden lässt.

Ich bin überzeugt, ohne unseren Glauben wäre das nicht möglich.

„Mit Christus an der Seite der Menschen“ ist unser Charisma.

Mit Christus.


Ich möchte jetzt eine Erfahrung mit dir teilen, und es ist wichtig, dass du bedenkst, dass diese Erfahrung die meinige ist.

Mein Konvent besteht aus drei Schwestern, die beiden Schwestern im eher vorgerückten Alter und ich mit 23.


Wie kann denn das gelingen?

Weist du was? Sehr gut sogar!

Warum? Weil es hier gelingt, trotz Unterschiede, gemeinsam einen Weg zu gehen, und dass jeder den Freiraum auch hat, den er braucht.

Na ja, meine Mitschwestern freuen sich, wenn um 9 Uhr am Abend Besuch auftaucht, ich Popcorn mache und wir uns einem Film anschauen.

Dass das etwas spät wird, kann sich jeder ausrechnen.

Und am nächsten Tag, da sagen sie mir, dass sie hinter mir stehen, es toll finden, dass ich mit jungen Leuten in Kontakt bin und dass sie wünschen, dass das auch weiterhin so ist.


Ich muss schon sagen, dass das sehr berührend für mich war.

Das ist für mich Gemeinschaft. Das Gefühl, verstanden zu werden, respektiert zu werden in meiner Persönlichkeit und den Freiraum zu bekommen, 23 zu sein.

Und dann doch wieder ganz da zu sein in der Gemeinschaft, die vom Gebet und unserem Charisma geprägt ist.

Ich danke Gott dafür, dass mein Leben jetzt so ist wie es ist. Es war ein steiler Weg dahin, aber letztlich zahlt sich das Vertrauen in Gott nur aus.

Ordensleben ändert sich. Die Menschen ändern sich.

Die jungen Schwestern bringen ganz anderes mit.

Neues. Modernes. Und entdecken altes für sich.



Was ist dein Bild vom Ordensleben?

Hörst du auch zu fluchen auf in der Gegenwart einer Schwester?

Ist das Bild von Schwestern für dich behaftet von Erfahrungen aus deiner Schulzeit? Negativ vielleicht?

Oder hast du gar keine Ahnung?

Oder sind wir eh nur Spinner?

Puh, was für ein inhaltsschwerer Blogbeitrag.

So gar nicht taufrischunterwegs 🙂

Oder doch?
Na, zum Schluss gibt es schon noch die fröhlichen Schwesternfotos, wie man von mir gewohnt ist….😆🔝✌🏻️💪🏻👍🏼

Ein Selfie von der Feier der Erstprofess von Sr. Gertraud Johanna von den Kreuzschwestern..

….der Herr ist meine Kraft und Stärke….

…das neue Juniorat startet…

…noch ein wenig unscharf, dafür voll motiviert….

…Ordenstag am Hongar…

….Überraschungsausflug zum Bauerngolf…..

…und zuletzt: schon traurig, wie heutzutage versucht wird, Jesu Wirken zu behindern…. 😆 ich meine, welcher Schaden kann schon beim „betreten“ eines Teiches entstehen? 😅🔝👍🏼👣


Und mit diesem Rätsel verabschiede ich mich wieder!

Pace e bene!

Sr. M. Ida

„Sancta Idaaaaaaaaa….“

höre ich noch immer, wenn ich genau ein Jahr zurückdenke.

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Vor einem Jahr, am 4. September, hatte ich die wunderbare Möglichkeit, an meinem Namenstag, meine Namenspatronin, die  heilige Ida von Herzfeld, zu besuchen.

Ich werde jetzt nicht neues schreiben, nur noch einmal die Geschichte meiner Namenspatronin:

Facts:

  • geboren um 765 nach Christus
  • im östlichen Gebiet des Frankenreiches, Ripuarien
  •  Vater: Theoderich, fränkischer Graf
  • Mutter: Theodrada, Tochter des Grafen Bernhard, Bruder des Königs Pippin und Onkel von Karl des Großen

In Klöstern und Domschulen bekommt Ida höfische Bildung.

785 lernt sie Egbert, Sachsenherzog von Hamm, der zur Genesung von einem Kriegszug an den Hof von Karl dem Großen in das Haus von Graf Theoderich geschickt wird. Ida pflegt ihn gesund, aus Wertschätzung wird innige Zuneigung.

786 Hochzeit Egbert ⚭ Ida

Als Hochzeitsgeschenk ist auch „Hirutveldun“ dabei, Althochdeutsch für Herzfeld, das allerdings eher „Hirschfeld“ hieß.

Nach der Hochzeit reisen Ida und Egbert ins Sachsenland, diese Reise ist für den Lebensweg beider von tiefgreifender Bedeutung.

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Dort machen sie Rast in einer Scheune bei Herzfeld, und in dieser Nacht hat Ida einen Traum:

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Ihr erscheint ein Engel und gibt ihr den Auftrag Gottes weiter, dort eine Kirche zu errichten, damit sie da selbst leben, Gott dienen und eine Grabstätte finden könne.

Noch vor 790 fängt sie auf dem Grundstück des Königshofes damit an, ihren Auftrag zu erfüllen und wird so zur Gründerin der ersten christlichen Pfarrgemeinde in Westfalen.

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Der Legende nach soll ein junger Hirsch, der von Egbert und seinen Jagdfreunden gejagt wurde, bei Ida Schutz und Rettung vor dem Tode gefunden haben, und ebendieser Hirsch half Ida beim Kirchenbau , indem er ihr die Steine über einen Bach trug. Darum wird die hl. Ida heute noch mit einem Hirsch dargestellt.

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811 stirbt Egbert und wird auf der Südseite der Kirche beigesetzt. Ihrer Ehe entstammen wahrscheinlich 4 Kinder.

Nach dem Tod Egberts verlässt Ida den Königshof, und nimmt Wohnung neben der Kirche in Herzfeld. Sie verzichtet auf alle weltlichen Würden und die Vorrechte als regierende Herzogin.

Sie führt ab jetzt ein heiligmäßiges Leben des Gebetes und der Demut, der Nächstenliebe und der Armut nach der Sankt Benedikts Regel und trägt das Gewand der Benediktinerinnen, ohne aber selber in einem Kloster zu sein.

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Ida lässt zu ihren Lebzeiten schon einen Steinsarg anfertigen und in der von ihr erbauten Kirche aufstellen. Täglich wird der Steinsarg von ihr mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken aufgefüllt, die Ida an die Armen und Hilflosen verteilt (die Gaben kommen aus dem Einkünften Idas vom Königshof).

Am 4. September 825 stirbt Ida, sie wird in dem Steinsarg beerdigt, in dem sie die Almosen aufbewahrte und sie wurde neben ihrem Gemahl Egbert begraben.

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26. November 980 Heiligsprechung Idas durch Bischof Bodo von Münster

die Kirche wird dreimal umgebaut, (original, 1506, 1900)

11.01.1976 wird das Grab der Hl. Ida bei Umbauarbeiten wiedergefunden.

Heute ruhen ihre Reliquien in diesem Schrein, darunter ihr Sarkophag, dahinter die Stelle, wo sie wiedergefunden wurde.

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Ich erinnere mich sehr gerne zurück, es war schon etwas sehr besonderes!

Hl. Ida, bitte für uns!

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(mei, da war ich noch jung 😉 )

Und so möchte ich mit ein paar Worten aus der Predigt des Pfarrers am Patronatstag schliessen:

Nichts ist Gott konkurrenzfähig!

Die Hl. Ida ist ein Beispiel und ein Vorbild, alles zurückzustellen, um Gott zu suchen und ihm zu dienen, wie der Mann im Evangelium, der die wertvolle Perle findet und alles dafür verkauft, nur um sie zu besitzen.

Darum ist die Hl. Ida das Gegenteil von Halbherzigkeit.

Das, was sie auszeichnet, hat auch heute nichts von Aktualität verloren, denn sie steht für Völkerverständigung, Frieden, Barmherzigkeit und Großzügigkeit.

Pace e bene!

Sr. M. Ida

„Ich blicke dankbar rückwärts, liebend seitwärts…

…mutig vorwärts und gläubig aufwärts“

Ein Spruch, der meine letzte Zeit sehr gut beschreibt! Ich melde mich jetzt zurück aus so was ähnlichem wie einer Sommerpause, nur mit dem Unterschied, dass ich schlichtweg wenig bis keine Zeit hatte 😉

Und ich hätte dir sooooo viel zu erzählen!

Aber ich will es kurz machen (oder ich versuche es zumindest lol)

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DAS sieht doch eindeutig nach Arbeit mit den franziskanischen Quellenschriften aus oder? 😉

Genauer gesagt war das das erste Nachtreffen vom Noviziatsprojekt Münster.

Getroffen haben wir uns Ende Juli in Würzburg, sieben von uns 15 konnten kommen, und die Freude war sehr groß!

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Es ist schön, sofort die Verbindung untereinander zu spüren, die Vertrautheit, wir haben ja immerhin drei sehr intensive Monate miteinander verbracht. Und bis so alle Neuigkeiten und aller Klostertratsch ausgetauscht ist, das dauert 😉

Daher haben wir auch spontan ein „Brunnenkapitel“ einberufen, wo so manche Pläne für die Zukunft geschmiedet wurden….

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Ich danke Gott für jede einzelne, für alle Begegnungen. Wir sind verbunden, gehen den gleichen Weg in den Fußspuren Jesu und das Gebet ist das Netz, das uns hält!

Zum Danken hab ich sehr viel!!!

Das nächste Ereignis, für das ich sehr dankbar bin, ist die ewige Profess von Sr. Julia, die Professerneuerung von Sr. Ruth und die vielen Jubelprofessen am 6. August!

Ich will gar nicht viel schreiben, Bilder sagen mehr!

Mein Blick von der Empore, Sr. Julia kniet und legt ihre ewige Profess ab:DSCN7540

Der Gänsehautmoment… Sr. Julia verspricht, ihr ganzes Leben lang Jesus Christus in der Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Vöcklabruck nachzufolgen, als Zeichen dafür erhält sie den Ring.

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Danach erneuert auch Sr. Ruth ihre Gelübde und bindet sich für weitere drei Jahre. Sie erhält als Zeichen das Professkreuz.

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Anschliessend erneuern die Jubilarinnen ihr Versprechen:

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Nach der Feier ist erst mal Fototermin für alle…die Freude ist greifbar!

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Und dieses Foto muss ich noch teilen, weil es so unglaublich ist!

Zu sehen ist Sr. Ingunda, junge 102 Jahre alt, die ihr 80 jähriges Professjubiläum feiert!

(sie hat mir gewünscht, dass ich genauso einen schönen Tag hab wie sie wenn ich 102 bin, denn ich hätte auch mein 80. Jubiläum 😀 )

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Ja, danach ging es weiter mit dem Fest, viele schöne Momente, unter anderem hat sich das Juniorat neu formiert (Sr. Julia gehört ja jetzt nicht mehr zum Juniorat mit der ewigen Profess)

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Am Abend wurde Sr. Julia aus dem Juniorat verabschiedet…da gibt es nur ein Foto für dich 😉

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Und so möchte ich an dieser Stelle Sr. Julia, Sr. Ruth und allen Jubilarinnen noch einmal von Herzen Gottes Segen wünschen!

Achja, etwas wichtiges. Man muss neue Selfies machen. Denn jetzt sind ja eine Professschwester und eine Junioratsschwester zu sehen 😉 #selfiesisters

Wenn du noch mehr über diese Feier lesen willst, hier ist der Link dazu: Professfeier.

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Themenwechsel 😉

Und was tut sich bei mir? Sehr viel. Fast alles ist anders seit meinem letzten Blogbeitrag.

Warum?

Nun, ich bin umgezogen, ich fange eine neue Ausbildung an….

Zeit zum mutig vorwärts schauen.

Ich bin wieder in der Nähe von Vöcklabruck, und wohne im Haus Lea.

Was das ist? Hier sind die näheren Infos: Haus Lea

Im Herbst beginne ich eine Ausbildung zur diplomierten Sozialpädagogin, arbeite im Hort in unserer Schule in Vöcklabruck und hier im Haus Lea.

Es ist und wird ganz anders.

Eine Herausforderung, und ich freue mich darauf!

Ein letzter Blick aus dem Refektorium in Ried, und ein erster Blick aus dem Gebetsraum im Haus Lea mit Blick Richtung Mutterhaus, den Turm kann man sehen 😉

 

Und so geniesse ich jetzt die heissen Sommertage bevor nächste Woche der Dienst beginnt!

 „Ich blicke dankbar rückwärts, liebend seitwärts, mutig vorwärts und gläubig aufwärts“

Und damit verabschiede ich mich auch wieder, ich bitte dich ums Gebet für meine Gemeinschaft, und wünsche dir noch einen schönen Urlaub (falls du welchen hast) und Gottes Segen auf all deinen Wegen!
Pace e bene!

Sr. M. Ida

„Ab in den Süden“ auf Spurensuche…

1. Buch der Könige. Lindwurm. Gründungscenter. PokemonGo. Selfies. Starkregen. Gedenktafel. Stolpersteine.

Das sind ein paar Stichworte, die unseren Junioratsausflug zu unserem Wurzeln letztes Wochenende beschreiben.

Wer?  Wir drei Junioratsschwestern, also alle, die noch keine ewige Profess abgelegt haben, und die Junioratsleitung.

Wohin? Nach Graz, wo mit der Ordensausbildung unserer ersten Schwester Franziska Wimmer der „Grundstein“ für unsere Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Vöcklabruck gelegt wurde.

Ich möchte mit einem Bibelwort, das ich in der Wallfahrtskirche Maria Trost gezogen habe, beginnen, denn es passt zum ganzen Ausflug!

Jahwe, unser Gott, sei mit uns, wie mit unseren Vätern gewesen ist! 

Er verlasse uns nicht und verstosse uns nicht, sondern neige unser Herz zu sich hin, auf das wir auf allen seinen Wegen wandeln und seine Gebote, Satzungen und Verordnungen beobachten, die er unseren Vätern gegeben hat.

1 Könige 8, 57 – 58 

(aus der dort aufliegenden Übersetzung)

Vor allem finde ich es interessant, dass diese Übersetzung das Wort „beobachten“ verwendet.

Das erinnert mich sehr stark an unsere Ordensregel. 

„Die Lebensform der Brüder und Schwestern vom Regulierten Dritten Orden des Heiligen Franziskus ist diese:  unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, in Armut und in Keuschheit.“

So, jetzt aber vom beobachten zum zurückerinnern 😉

Sonntag, 5.30 Uhr.

Abfahrt. Ein erstes Selfie. Auf der Rolltreppe, noch ein wenig finster 😉

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Im Zug nach Graz treffen wir erst mal einen sehr sehr gut gelaunten Schaffner, der alle mal mit „guten Morgen, ohne Sorgen“ begrüsst.

Und ein Foto von uns macht.

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In Graz angekommen, gehts auf zum Provinzhaus unserer „Cousinen“…

Gespräch in der Strassenbahn:

Ich: Schau, ein Pinguin!
SrJ.: Was, ein echter oder eine Schwester?

😉 (Ein Comicpinguin)

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Im Provinzhaus genießen wir den Ausblick aus dem Refektorium…zum Zeitpunkt des Fotos war noch Sonnenschein!

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Eine Führung im Provinzhaus und in der Schule…

Vor der Kapelle „stolpern“ wir über Steine mit der Aufschrift „DANKE“. Ich finde, wir können ruhig öfter über ein Danke stolpern…

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…die Kirche…

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Nach dem Mittagessen machen wir uns auf den Weg zum Mutterhaus in Eggenberg.

Dazu mussten wir von der Strassenbahn in den Bus umsteigen.

Blöd nur, dass genau zu diesem Zeitpunkt der Himmel beschlossen hatte, all seine Schleusen zu öffnen.

Der Schirm war mehr oder weniger nutzlos.

Aber mei, wir hatten eh alle Sandalen an. Die Schleier sind auch wieder getrocknet.

Und ich hatte die Erkenntnis, wenn man wie ich gleich das Risiko eingeht und eine Jacke daheim lässt, dann wird sie auch nicht nass 😉

Im Mutterhaus treffen wir dann die Generaloberin der Franziskanerinnen von der unbefleckten Empfängnis, und auch hier haben wir eine Führung.

In der Mutterhauskirche ist die Gründerin dieser Gemeinschaft begraben.

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ein Blick in die Konventkapelle…

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Und ein Blick in den Hof irritiert erst mal.

Wir haben ihn Lindwurm getauft.

Es ist der Speisesaal der Schule…

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…und so sieht das Ungetüm von innen aus…

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…und zum Schluss ein Selfie mit der Junioratskollegin im Büro der Generaloberin vor einem Bild der Gründerin 😉

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Zurück in der Grazer Stadt erkunden wir den Dom, finden das über dem Eingang. Es ist fast identisch mit dem, was auf den Ringen der Professchwestern abgebildet ist.

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Abendmesse in der Franziskanerkirche. Rhythmisch. Gott sei Dank. Was wir für Glück hatten 😉

Eine Grabplatte mit interessanter Botschaft…

Ich leb weis nit wie lang

ich stierb weis nit wan

far weis nit wohin

mich wundert das ich eimal fröli bi

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Montag.

Wir sind wieder unterwegs.

Laudes und Frühstück mit den Schwestern im Provinzhaus.

Messe bei den Franziskanern.

Und dann suchen wir den Platz, wo das Gründungshaus der Gemeinschaft stand.

In einer Bank wurden wir fündig, nachdem wir zuerst in der falschen Bank waren 😉

Es ist schon was besonderes, dort zu sein, wo unsere erste Schwester das Noviziat machte (zweimal, weil sie aufgrund der revolutionären Unruhen wieder heimgeschickt wurde. 1850 beendete Sr. Franziska Wimmer das Noviziat und legte die erste Profess ab. Der 5. September 1850 ist daher unser Gründungstag)

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…immerhin ist noch das „GründerCenter“ an diesem Ort 😉

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Dann wird es Zeit für ein Wallfahrt nach Maria Trost.

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Die Junioratsschwestern…

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Umtriebig wie wir waren, sind wir auch noch zum Wahrzeichen der Stadt  gegangen, dem Grazer Uhrturm und haben die Aussicht genossen.

Hab ich eigentlich erwähnt, dass es wieder geregnet hat? Starkregen…nur waren wir diesmal schon im Bus 😉

Auf dem Weg zum Uhrturm sind wir an einem Platz vorbeigekommen.

Der war ein wenig unheimlich.

Ich schätze mal so um die hundert Menschen. Keiner redet. Die Augen fest aufs Smartphone gerichtet.

Ernsthaft?! Ich meine, ja okay, PokemonGo ist ein Spiel, das gerade modern ist. Aber gar nicht mehr miteinander reden? Die haben ja nicht mal von uns Notiz genommen, und wir sind nicht gerade unauffällig. ich muss sagen, wenn das die Zukunft ist, dann fürchte ich mich ein wenig…

So, jetzt aber zum Uhrturm:

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wo gehts hin in Zukunft?

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Erst mal wieder heim.

Um 18.30 sind wir wieder in den Zug heimwärts eingestiegen.

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Es war ein toller Ausflug, wir haben viele Schwestern unserer „Cousinen“ kennengelernt, und auch ein Stückchen uns selber. Und wir haben sehr viel gelacht. Was will man mehr?

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Irgendwann werde ich die Geschichte meiner Gemeinschaft genauer erzählen.

Sie ist es wert.

Jetzt werde ich mich aber verabschieden, in naher Zukunft werden bedeutende Dinge geschehen, ich muss mich vorbereiten 😉

Als erstes geschieht das erste „Münster-Nachtreffen“ dieses Wochenende.

Freu mich schon!

„Das Vertrauen auf den Herrn ist uns Stütze und Halt“

Sr. Franziska Wimmer

Pace e bene!

Sr. Ida

PS:

Der Heilige Franziskus ist in Graz sehr aussagekräftig.

Wir konnten seine Gedanken lesen…

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Das Schweigen der Schwestern :)

10 Tage schweigen, 10 Tage ohne Handy, 10 Tage nur für Gott….Geht das?

Ja, es geht.

Auf dieses Abenteuer haben wir, Sr. Julia und ich, uns eingelassen.

Ich habe jeden Tag ein Foto und ein wenig Text, vielleicht kann man sich ein wenig in diese sehr persönlich Zeit mit sich selber und Gott einfühlen 🙂
1. Tag


Wir kommen an im Franziskanerkloster in Maria Enzersdorf, haben Wien noch ein wenig erkundet, und ich schalte mein Handy aus, nachdem ich meinen Whatsapp Status in „schweigt“ geändert habe.

Wie zum Abschied vibriert es noch mal.

Wird es mir fehlen?
2. Tag


Exerzitien sind wie das Leben im Schnelldurchlauf.

Ein langer Gang, an dessen Ende Christus wartet.

Links sind viele Fenster, man ist in Versuchung, hinauszusehen, die anderen zu betrachten und zu bewerten. So leicht geht Ablenkung.

Rechts sind viele Türen. Was ist dahinter? Sind es Sackgassen, andere Wege zum Ziel oder führen sie mich gar in die andere Richtung?

Und dann der Gang selber, ein bisschen krumm, eher dunkel und doch vom Licht durchbrochen.

Ich bin gespannt was die Tage mir bringen…..
3. Tag


Dialog bei der Anbetung

Ich:                     Ich werde jetzt beten.

Gehirn:              Und ich sag yeeeee…..

Ich:                      Die Stille ist wunderbar, ich werde jetzt auch still.

Gehirn:               …. Ab in des Süden, der Sonne hinterher, ey jo was geht, der Sonne   hinterher, ey jo was geht….

Ich:                      Ich bitte um Aufmerksamkeit, ich schweige!

Gehirn:               Sommer Sonne Sonnenschein Sommer Sonne Sonnenschein Sommer Sonne Sommer Sonne Sommer Sonne Sonnenschein…..

Ich:                       RUHE!!!

Gehirn:               Ja wir kommen wir kommen wir kommen machte euch bereit, wir packen unsre sieben Sachen in den Flieger ein….

Ich (resigniert): ich geh zuerst wohl noch eine Runde spazieren….

Eine halbe Stunde später war es dann möglich…. 🙂

(Wer diese wunderbare Lied nicht kennt…hier ist der Link dazu: Ab in den Süden 🙂 )
4. Tag



Die Fische im Teich der Franziskaner zu finden ist ein wenig, wie Gott in der Welt zu suchen.

Man hat gehört, es gibt sie, die Fische.

Doch man sieht sie nicht.

Die Versuchung ist groß zu sagen, ich sehe sie nicht, also gibt es sie nicht.

Man muss es den Franziskanern glauben.

Oder man weiß es eben, weil man sie einmal gesehen hat.

Zwischendurch schlägt das Wasser Wellen, das Futter wird weniger.

Ein Beweis, dass es die Fische gibt?

Oder Zufall?
Werden die „Wellen Gottes“ als Beweis oder Zufall gewertet?
(Ich habe die Fische übrigens gesehen. Je später in den Exerzitien, desto öfter…. 😇, jetzt bin ich als eine Zeugin dieser Fische 😇😂)
5. Tag


„Und Gott sprach: Das ist das Zeichen meines Bundes, den ich stifte zwischen mir und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde.“ Genesis 9,12-13

6. Tag


So langsam beginnt sich die Türe zur inneren „Klausur“ zu öffnen, der Bereich, in dem man selber vielleicht nicht immer Zutritt hat. Gott ist schon da.

Dazu eine kleine Geschichte aus den Texten von Br. Stefan:

Ein Vater geht mit dem kleinen Sohn in die Berge. Unterwegs sagte er zu seinem Jungen: „Ich möchte dich lehren, alle deine Kräfte zu benutzen!“ Der Kleine stimmt neugierig und begeistert zu. Der Vater sagte:“ Also….stemme dich gegen diesen Felsen hier und bringe ihn dazu, in diese Mulde hineinzurollen!“ Der Sohn stemmte sich mit aller Kraft gegen den Felsen, wird vor Anstrengung ganz rot im Gesicht, schafft es aber nicht. Enttäuscht gibt er auf. Da sagte der Vater aufmunternd zu ihm: Ok. Ich habe dir gesagt, du sollst lernen, ALLE deine Kräfte zu benutzen. Aber du hast noch nicht alle benutzt. Warum hast du mich nicht gefragt, ob ich dir helfe?“ Und mit vereinten Kräften rollen sie den Stein in die Mulde.


7. Tag

„An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner Jerusalems eine Quelle fließen zur Reinigung von Sünde und Unreinheit“

Sacharja 13,1


8. Tag

Wir gehen (oder fahren) auf eine Wallfahrt….

Im Neuberger Münster feiern wir, zwei Brüder und zwei Schwestern, an einem Seitenaltar die Messe, und Sr. Julia und ich erneuern unsere Gelübde.

Wir sagen JA zu unserem gewählten Lebensweg….

Danach auf nach Mariazell, Mittagessen, für alle beten, denen ich das Gebet versprochen habe!

9. Tag

„Wenn ich bei mir anklopfe, bin ich zuhause?“
10. Tag


Die Exerzitien sind  zu Mittag zu Ende, wo sind die neuen Triebe?

Wir werden sehen!

Ich bin nur dankbar für diese Zeit!

Gott beschenkt reich!

Am Nachmittag haben wir noch die Klarissen in Maria Enzersdorf besucht, es war ein sehr netter Austausch!

Und so gestärkt werden wir uns wieder auf den Weg in spannende Ordensleben machen 🙂

Pace e bene!

Sr. Ida

Ps: auch wenn man schweigt, müssen manche Dinge gesagt werden 😅

Schneiden wir uns mal eine Scheibe ab…

…von Jesus! 

Fronleichnam. 

Gibt es ein Fest in unserem Jahreskreis, das mehr verwirrt? Verwirrt in dem Sinn, das scheinbar keiner so recht weiß, was wir eigentlich feiern? Mir fällt keines ein. 

Also, was ist Fronleichnam?

Fragen wir mal Wikipedia:

„Das Fronleichnamsfest oder Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi (lateinisch Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi) ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.“

👍🏼

So weit so gut. Für mich hat dieses Jahr Fronleichnam irgendwie noch eine andere Bedeutung…


Dieses Bild macht im Moment auf Facebook die Runde, x-mal geteilt und geliked.

Es ist eine Katikatur von Thomas Plaßmann,und sie  bringt mich zum nachdenken.

Und irgendwie hat es mich heute bei der Fronleichnamsprozession begleitet. 

Im Moment bin ich im schönen Mondsee ( Mondsee ist wirklich schön! Der See, die Berge….*seufz*), das Fest wurde begleitet von zahlreichen Vereinen, Trachtenmusikkapellen, Prangerschützen, Feuerwehr, Goldhaubenfrauen, Erstkommunionkindern und vielen mehr.

Nach der feierlichen Messe vor der Basilika begann die Prozession…

Ein Bild „aus der Hüfte geschossen“ 😆

Und die „Demo“ beginnt…wir drei Schwestern gehen direkt hinter der Monstranz, und ich sinniere über das Wort Nachfolge nach…

Wer Jesus nachfolgt, der steht unter Beobachtung! Nicht nur zu Fronleichnam.

 (Dazu eine kleine Episode: ich wollte diese Woche einmal in der Basilika beten, und da hatte doch eine Touristin die Dreistigkeit, sich zwei Bankreihen vor mich hinzusetzten, ihr Handy rauszuholen, die Selfiekamera einzuschalten und sich so zu positionieren, dass sie ein Selfie mit mir machen kann. Ha, dachte ich mir und bin in dem Moment, als sie abdrückte, seitlich „umgefallen“. Ich bin doch kein Museumsstück! Daraufhin stellte sie sich direkt vor mir und macht ein Foto. Na ja. Sie hat ihr Foto schlussendlich doch bekommen…) 

Auch unseren Zug haben zahlreiche Menschen durch ihren Fotoapparat oder Handkamera beobachtet.

Was tun Sie mit den Fotos und Videoaufnahmen?

Ihrer Familie und Freunden zeigen? „Schau, das ist Österreich, das ist katholisch, das sind Christen, warum rennen diese Leute dem Priester nach, ist heute Feiertag?“

Und in gewisser Weise ist es doch eine Demo.

Wir sind Christen. Wir glauben. Wir wollen es auch zeigen. 

Wir folgen Jesus nach…

Am See ist der Altar aufgebaut, die Musikkapelle spielt ein sehr schwungvolles Lied…und die Aussicht ist atemberaubend!

Ein Evangelium und fübittendes Gebet….


Ich liiiiiiebe Himmel und Kreuz Bilder!


Danach ging es wieder zurück zur Basilika….

Jesus nachfolgen…zurück zum Ausgangspunkt.

Wie im richtigen Leben halt. 

Mit Jesus geht man die gleichen Wege wie jeder andere auch.

Nur anders.

Fronleichnam als Fest der Nachfolge, als Fest des „Glauben-zeigens“, als Fest, bei dem wir uns ruhig mal wieder fragen dürfen, was denn Jesus in unsrer Zeit tun würde.

Eigentlich müssen wir nur zuhören, was im Evangelium steht.

Und uns Jesus zum Vorbild für unser Handeln nehmen.

Uns eben einfach nur „eine Scheibe abschneiden“.

Und da Jesus Gottes Sohn ist, wird er auch nicht weniger 😇

In diesem Sinne, eine schönere Feiertag!

Place e bene!

Sr. Ida