„Da liegt ein Mensch in meinem Essen!“

…oder so ähnlich könnte sich der Ochs im Stall zu Bethlehem gedacht haben. 


So zitierte der Priester in der Predigt am Weihnachtstag eine Karikatur. 

Ja, da liegt ein Kind auf einem Bündel Stroh.
Es ist Weihnachten.

Doch ab wann ist Weihnachten? 

Ab „Stille Nacht“?

Ab dem Geschenke auspacken?

Soll ich dir was verraten?

Für mich war schon früher Weihnachten!


Weihnachten ist, wenn es läutet, und eine Mutter mit dem 12jährigen Sohn vor der Türe steht, und dieser uns Süßigkeiten und Getränke überreicht für die Kinder im Haus Lea. Diese hat er aus eigenem Antrieb von seinem Taschengeld gekauft. Einfach so. Die Familie kennen wir nicht einmal. Für eine andere soziale Einrichtungen hat er Kekse gebacken. Und ich frage mich, was eigentlich meine Ausrede ist. Freude machen geht doch so einfach.


Weihnachten ist, wenn eine Mitschwester, die ich zufällig am Gang im Mutterhaus treffe, mich fragt, ob ich ihr schnell helfen kann. Sie braucht wen, der ihr schnell den Klettverschluss beim Schuh aufmacht, sie kann sich nach einer Operation noch nicht gut bücken. Und ich ihr diesen Wunsch ganz einfach erfüllen kann. Für mich eine Handbewegung. Und der Lohn ist ein Lächeln, das von innen kommt.


Weihnachten ist, wenn eine Wohltäterin des Haus Lea für uns Schwestern und die Frauen ein ganzes Abendessen kocht und uns bringt. Für die gemeinsame Weihnachtsfeier und aus diesem gemeinsamen Essen tiefgehende Gespräche werden. 

Ich könnte noch lang so weiterschreiben. 

Weihnachten ist, wenn wir Menschen werden. Wie Gott.

Und nicht wie der Ochs das Wunder der Menschwerdung Gottes verpassen, weil wir nur das sehen, was wir nicht verstehen und uns nicht passt.

Weihnachten bei uns im Haus Lea war wunderschön. Ein Fest.

Wir feierten mit zwei Priestern aus nahegelegenen Pfarren, die sonst alleine gewesen wären.

Um 18 Uhr starteten wir mit einer Andacht, gingen mit Weihrauch durch alle Räume und segneten das Haus, danach beteten wir die Vesper im Gebetsraum, und lasen das Weihnachtsevangelium.


Wir wünschten uns gegenseitig ein frohes Fest, und den besinnlichen Teil schlossen wir mit dem Lied „Stille Nacht“ vor dem Christbaum und der Krippe ab.


Danach genossen wir das Festessen.

Christmette um 22 Uhr, danach noch gemütliches Beisammensein mit Punsch trinken, Kekse essen und Packerl öffnen 🙂

Dazu gibt es ein abendliches (oder morgendliches, je nach dem 😆) Selfie: 


Es klingt nicht sehr spektakulär, wenn ich das so schreibe.

Spektakulär ist ja auch nicht das Fest selber, sondern der Grund.

Das ein Kind in der Krippe liegt. 

Gott.

Und so wünsche ich dir noch gesegnete Weihnachten und einen guten „Rutsch“ ins neue Jahr!

Bis nächstes Jahr! 

Pace e bene!

Sr. M. Ida

2 Kommentare

  1. mimesfotografie · Dezember 28, 2016

    Danke die für deine Gedanken. Ich wünsche dir auch noch frohe Weihnachten, heute einen schönen Tag der unschuldigen Kinder und auch dir einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Gefällt 1 Person

  2. Johannes Martin · Dezember 28, 2016

    Hallo liebe Schwester Ida, vielen herzlichen Dank für Ihre Worte. Nicht nur für Diese, sondern für alle Ihre Berichte. Ich bin immer, wenn ich sie lese sehr berührt. Ich bin ein ziemlich alter Mann, habe in meinem Leben viele “ liebe “ Schwestern kennen gelernt. Meine Tante war auch eine sehr liebe Schwester. Ich wünsche Ihnen weiter ein so überzeugtes Leben als Ordensfrau. Wir brauchen Sie und alle Ordensleute. Genug, sonst “ läuft mir noch der Mund über “ Ganz herzliche Grüße und ein gutes 2017 !!

    Gefällt 1 Person

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