A. L. L. T. A. G. Part 1

So ein Blog ist ein interessantes Projekt.

Wirklich.

Denn man lebt so seinem Alltag dahin und wartet, bis was passiert, was schreibenswert wäre.

Und dabei vergesse ich als junge Ordensfrau völlig, dass mein Leben sich so sehr vom Alltag anderer unterscheidet, dass viele gar nicht das „Besondere“ spannend finden, sondern das „Alltägliche“.

Und darum wende ich mich in diesem Blogartikel dem „besonderen Alltäglichen“ zu 😀.

Mal die Basics: 

Ich bin eine Franziskanerin von Vöcklabruck, (Website), habe im November 2015 meine erste zeitliche Profess abgelegt, das heißt, ich habe versprochen, für zwei Jahre in Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam nach der Ordensregel der franziskanischen dritten Orden und den Konstitutionen meiner Gemeinschaft zu leben.

Im Moment lebe ich in Ried im Innkreis, eine kleine Stadt im Innviertel, und mache dort in einer öffentlichen Apotheke eine Ausbildung zur pharmazeutisch-kaufmännischen-Assistentin (PKA), die zwei Jahre  dauern wird.

Mein Konvent befindet sich in einer Schule (ich dachte auch nie, dass ich noch mal in die Schule gehen würd, und dass ich mal in einer Schule wohne schon gar nicht!!😃)

Wir sind 4 Schwestern, und 50% davon sind Junioratsschwestern 🙂 🙂 (Schwestern, die noch nicht ihre ewige Profess abgelegt haben), das heißt wir sind zwei junge Schwestern und zwei ältere.

So kommen wir auf einen tollen Altersdurchschnitt (weniger  als 50!!!), wir sind der jüngste Konvent yay!!!

Und jetzt folgt ein Versuch, meinen Tagesablauf zu vermitteln (mal sehen ob ichs hinbekomme lol)

6.15 Uhr Laudes (Morgengebet)

Ja, ich bete die Laudes jeden Tag, und ja, ich will es. (Um häufig gestellte Fragen schon mal zu beantworten…)

Das Morgengebet ist der Start in meinen Tag, ich bin verbunden mit meiner ganzen Gemeinschaft, mit allen Ordensleuten, die ich kenne, und zu wissen, dass zu jeder Zeit irgendwo auf der Welt gerade das Stundengebet gebetet wird, finde ich einfach schön.

6.35 Uhr stille Gebetszeit

Diese halbe Stunde Stille ist auch sehr wichtig für mich, denn ich finde oft tagsüber nicht so viel Zeit zum Gebet. Es ist die Zeit, wo ich den kommenden Tag ganz in Gottes Hand legen kann und um seinen Segen bitte.

7.10 Uhr Frühstück 

Ein Drittel der Gemeinschaft kommt zusammen und frühstückt. Eine Schwester ist bereits in der Schule, weil sie Aufsicht über die Schüler hat. Das gemeinsame Frühstück ist ein guter Start in den Tag in der Gemeinschaft.

7.40 Uhr Sr. Ida verlässt den Konvent

20 Minuten Fußweg in die Apotheke lege ich jeden Tag zurück, und das ganze vier mal, d.h. ich bin über 1 Stunde zu Fuß jeden Tag unterwegs! Und ich muss sagen, ich genieße es!

Um 8:00 Uhr beginnt mein Dienst, bis 12:00 Uhr, danach mache ich mich wieder auf den Heimweg (20 Minuten).

12.30 Uhr Mittagessen 2. Gruppe 

Wir können leider nicht gemeinsam zu Mittag essen, da eine Schwester in der Mittagszeit wiederum Aufsicht hat bei den Kindern und wir zwei Junioratsschwestern erst später vom Dienst kommen, darum haben wir 2 Gruppen 🙂

Den Rest meiner Mittagspause nütze ich zum Beten und Emails lesen.

13.40 Uhr Sr. Ida verlässt wieder der Konvent

Während ich bis 18. Uhr arbeite, beten meine Mitschwestern um 17.45  Uhr die Vesper, also das Abendgebet.

18.20 Uhr Abendessen

Unsere erste Mahlzeit, wo wir alle zusammen sind (vorausgesetzt alle sind da lol) 

19 Uhr heilige Messe 

Da ich ja, anders wie meine Mitschwestern, keine Möglichkeit habe, am Tag die Heilige Messe zu besuchen, nütze  ich die Gelegenheit, im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern die Abendmesse zu besuchen.

Danach bete ich noch alleine das Abendgebet, und dann tue ich nur noch so gewisse Dinge, die nötig sind 🙂 (wie zum Beispiel Blog schreiben) 😀 🙂

Ich denke, ich habe einen recht ausgefüllten Tag, oder?

Das war jetzt ein Durchschnittstag, Sonntag ist es natürlich anders, und auch so gibt es ein paar Sonderregelungen. 🙂

So, und jetzt zum Schluss noch eine Anekdote  aus meinem Alltag (für die, die sich tatsächlich bis hierher durchgekämpft haben haha):

Mittwochs bin ich jetzt immer Lektorin in der Messe im Krankenhaus. So auch heute. 

Heute ist der Gedenktag von Angela die Merici, und der Priester beschloss, die Texte vom Gedenk-Tag zu nehmen.

Und ich, ordentlich gekleidet in Habit (eigentlich wollte ich mein schwarzes Kleid anziehen,doch da hat sich gerade heute ein Druckknopf vom Gürtel gelöst, und ich muss erst meine bescheidene Nähkünste wieder aktivieren *das wird dauern*) stehe draußen und möchte den Antwortpsalm lesen.

Da stehe ich und lese die Antiphon, schaue auf die 20 Leute die in der Kirche sitzen, und bekomme einen Lachkrampf, weil die Realität so anders ist wie die Antiphon:

  
Ja sicher, meine junge Mitschwester saß da, die war aber die einzige unter 60 außer mir und dem Priester!

Keine jungen Männer…und auch keine Mädchen…eigentlich in der jetzigen Entwicklung eher traurig, aber ich fand  das nur komisch! 

Meine Mitschwestern waren mir auch keine große Hilfe, denn sie grinsten aus der Bank heraus mir entgegen!

Na ja, ich habe es noch einigermaßen würdevoll beendet 🙂

Heute habe ich gar keine Fotos, fällt mir gerade auf, das nächste mal wieder 🙂

Und somit verabschiede ich mich wieder in den Alltag!

Pace e bene!

Sr. Ida 🙂

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