„Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreißen…

…also kleine Bäume.

Vielleicht Bambus.

Oder Blumen.

Na gut.

Gras.

Gras geht.

So begrüßt mich mein neuer Kalender, den ich mir beim Noviziatsprojekt letztes Jahr (!!!!!) in Münster gekauft habe, im Jänner.

Manchmal glaube ich, Kalender haben eine Seele.

Durch das letzte Jahr hat mich ein Kalender vom „kleinen Prinzen“ wochenweise begleitet. Und der Spruch war jede Woche so passend, das es schon unheimlich war!

Jedenfalls ist mein Jänner – Kalenderblatt sehr passend.

Ein neues Jahr hat begonnen.

Und es war Zeit, auf mein sehr bewegtes und ereignisreiches Jahr zurückzuschauen…

Ich bin um die halbe Welt gereist.

Ich habe viel gesehen.

Ich habe viel gelernt.

Ich habe die franziskanische Welt besser kennengelernt.

Ich habe eine Entscheidung getroffen.

Ich habe mein Noviziat beendet.

Ich habe einen Neubeginn gewagt.

Ich habe tolle Menschen kennengelernt.

Und ich habe jetzt am Ende des Jahres einen tollen Menschen verloren.

Gestern, am 31. Dezember 2015, war das Begräbnis von Sr. Lydia von den Halleiner Schwestern Franziskanerinnen. Gestorben ist sie ja am 24. Dezember.

Für mich ist sie ein Vorbild, eine treue Wegbegleiterin, eine Frau, die ihr Leben ganz Gott geschenkt hat, erfüllt von der Liebe Gottes.

Ein Spruch, der auf ihrem Nachtkästchen gefunden wurde, lautete:

Tut was er sagt.

Sag was er tut.

Nimm was er gibt.

Gib was er nimmt.

Leider weis ich nicht, von wem der Spruch ist, aber er zeichnet Sr. Lydia’s Leben nach.

Nun, ich weiß, dass sie mir sehr fehlen wird.

Darum war gestern auch ein emotional sehr dichter Tag.

Silvester.

Neubeginn.

Das Alte hinter sich lassen.

Alles in die Hände Gottes legen.

Darum möchte ich jetzt mit euch allen einen Text aus unserer Besinnung gestern teilen (von Paul Weismantel):

Fürchte dich nicht, dein Gott, der dich erwählt und beim Namen gerufen hat, gibt dir Zukunft und Hoffnung!

Fürchte dich nicht, deinen Weg, den du gehst, und den dein Gott mit dir geht, ist gesegnet für eine gute Zukunft!

Fürchte dich nicht, die Kräfte deines Herzens werden dir immer wieder erneuert, damit du zuversichtlich bleibst im Ungewissen!

Fürchte dich nicht, dein Gott, der für dich da ist, für immer, er wird gut für dich sorgen, vertrau auf ihn und verlass dich auf ihn!

Es segne und begleite uns in diesem Jahr der liebenden Gott, der unsere Wege mitgeht, der Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

So, aber von dem ganzen abgesehen, haben wir natürlich trotzdem gefeiert!

Begonnen haben wir mit der Vesper 17.45 Uhr, anschließend Abendessen, das fließend in ein gemütliches Beisammensitzen übergegangen ist.

Eine Mitschwester hat ein neues Spiel geschenkt bekommen, das musst wir ausprobieren!

Es war ein frage-Antwortspiel, mit vorgegebenen Fragen und zufälligen Antworten.

Irrsinnig lustig!
Auf dem Bild sind einige der Fragen zu sehen, die Antworten bleiben natürlich geheim!


Besonders Fragen wie „Pennst du in der Schule?“waren toll, denn natürlich schlafen  wir in der Schule, Nacht für Nacht 😆

So haben wir über einander neue Erkenntnisse erlangt, wir wissen jetzt wer heimlich durch Schlüssellöcher schaut, wer gerne Bundespräsident sein würde und wer auch gerne mal eine ganze Schachtel Pralinen verdrückt!

Es war ziemlich lustig!

Um 9 Uhr begaben wir uns wieder in die Kapelle um einen besinnlichen Jahresrückblick zu halten.

Dann trennten sich unsere Wege.

Wir zwei jungen Schwestern  bauten das Wohnzimmer um, um uns einen gemütlichen Fernsehplatz zu machen,machten uns eine Schüssel voll Popcorn und schauten den Film „7zwerge, der Wald ist nicht genug“.


Ehrlich gesagt, bin ich beim zweiten Teil des Films schon eingeschlafen, aber meine Mitschwester hat mich äußerst sanft geweckt, indem sie mir die Popcorn Schüssel auf den Kopf stellte.🙄🍿

Und wir beide sind wieder um 11:45 Uhr in die Kapelle gegangen, um vor dem ausgesetzten Allerheiligsten den Jahreswechsel schweigend zu begehen.

Wir waren dabei so vertieft, dass wir uns erst eine  halbe Minute nach 00:00 Uhr ein frohes neues Jahr wünschten 🤗🎉

Natürlich haben wir uns noch den besten Platz zum Feuerwerk schauen gesucht, sind dabei durch fast die ganze Schule gegangen, und eigentlich sind leere Schulen um Mitternacht ziemlich gruselig! 👻


Haben an einer Tafel noch  einen neues Neujahrs Gruß hinterlassen und sind noch mal zurück in die Kapelle.


Beim nächtlichen Fotografieren des Glaskreuzes ist uns das erste Mal aufgefallen, dass die Umrisse Jesu im Glas zu sehen sind.

Das war irgendwie ein schöner Jahresbeginn!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen auch einen schönen Jahresbeginn und alles Gute sowie Gottes Segen im neuen Jahr!

Pace e bene!

Sr. Ida

4 Kommentare

  1. Kiesenhofer Eva Maria · Januar 1, 2016

    Liebe Sr. Ida!
    Ich, Eva, bin 62 Jahre alt und ging in meiner Hauptschulzeit in eine Privat-Mädchen-Hauptschule . Durch den Artikel in der Kronen Zeitung wurde ich neugierig auf Ihren Blog. Und ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus!
    Kann so wirklich das Leben im Kloster sein?
    Meine Erinnerungen sind anderer Natur. Ein Gemisch aus Verboten, Willkür und einseitiger Erziehung.
    Daher gestattet mir ihr Blog, das Klosterleben neu kennen lernen zu dürfen.
    Sie als lebendiges Beispiel des erfüllenden Glaubens erleben zu können.
    Und als Mensch, der auch Freude an Spielen und Scherzen hat.
    Wie gesagt, ich staune und bin voller Neugierde.
    Eine liebe geistliche Schwester von unserem großen Krankenhaus hat mir auch durch ihre bedingungslose Liebe zu Gott Respekt abgerungen. Sie lebt nicht mehr, aber ihre Demut ist in mir unvergessen.
    Als sie starb, fühlte ich mich beraubt, einer Fürsprecherin, einer Freundin im unüblichen Sinn.
    So kann ich ein wenig und nur im Ansatz ihre Trauer verstehen.
    Ich wünsche Ihnen ein gutes Neues Jahr 2016.
    Mit lieben Grüßen,
    Eva

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    • Sr. Ida · Januar 1, 2016

      Liebe Eva, danke für Ihre Rückmeldung!
      Ordensleben hat sich gewandelt, wandelt sich und wird und muss sich wandeln 😊 darum schreibe ich den Blog auch, um zu zeigen, dass mein Leben sich von den vielen „veralteten“ Bildern, die alle ihren realen Ursprung haben, unterscheidet!
      Und so wünsche ich ein gesegnetes neues Jahr!
      Sr. Ida

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  2. Sandra · Januar 6, 2016

    Liebe Sr. Ida,

    das Zitat (vom Nachtkästchen der verstorbenen Schwester) stammt von Bischof Klaus Hemmerle (Bischof von Aachen/Deutschland):

    Was ER euch sagt, das tut.
    Was ER euch tut, das sagt.
    Was ER euch gibt, das nehmt.
    Was ER euch nimmt, das gebt.

    Mein geistlicher Begleiter benutzt dieses Zitat des Öfteren in Predigten 😉 Hier finden Sie die entsprechende Predigt, in der Bischof Hemmerle die Sätze verwendet hat:

    http://www.klaus-hemmerle.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1003:marienfeier-an-der-grotte-von-lourdes-6-mai-1988&catid=25:predigten&Itemid=35

    Noch ein gesegnetes Hochfest der Erscheinung unseres Herrn wünscht Ihnen
    Sandra

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