Die Hörhilfe auf „T“ stellen…

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Dieses Plakat sehe ich jeden Tag , wenn ich die Kapelle nach dem Beten verlasse. Und immer muss ich darüber schmunzeln, weil es ausgerechnet das „T“ ist, das Zeichen der franziskanischen Gemeinschaften.

Ich denke, wir haben alle so „innere Hörhilfen“.

Und wenn die nicht aufs „T“ gestellt ist, verstehen wir dann was?

Zu hören ist schwer, wenn man nicht oberflächlich hören will und was verstehen möchte. Wie oft kommt es zu Missverständnissen usw., weil wir nicht richtig zuhören oder eh schon glauben zu wissen, was der andere sagt. Oder weil manche schlichtweg nicht mehr gut hören können.

Ich bin manchmal von Menschen umgeben, die nicht mehr gut hören. Und da habe ich die Erfahrung gemacht, wenn diese Menschen eine positive Lebenseinstellung haben, dann denken sie auch gut von den anderen, und legen das, was sie stückweise hören, auch positiv aus. Von anderen Menschen, die nicht so positiv eingestellt sind, passiert es dann manchmal, dass alles, was sie nicht verstehen, negativ ausgelegt wird.

Das betrifft das physische Hören. Aber was ist mit den „inneren Ohren“?

Ich denke, da sind wir alle manchmal taub.

Und wenn wir auf „T“ umstellen?

Das „T“ ist ein Heils- und Segenszeichen. Der hl. Franziskus schrieb das Tau unter seine Briefe. Sein Ordensgewand hatte diese Form. Und mit der Stigmata wurde er zum lebendigen Tau. Er hat umgestellt.

Und wir? Und ich?

Hören wir, wenn Gott anklopft, wenn Gott seine leisen Botschaften schickt? Oder überhören wir es im täglichen Gerede, im Lärm der Zeit?

Und so werde ich jeden Tag erinnert, meine „Hörhilfe“ am Beginn des Gottesdienstes auf „T“ umzustellen. Stück für Stück…

APOTHEKE

Ich bin in Braunau angekommen, und habe meine erste Woche schon fast geschafft.

Mein neuer zweiwöchiger Arbeitsplatz ist im Keller, in der Apotheke des Krankenhauses, wo ich mich ein wenig zur „Giftmischerin“ mausere 😉

Von der Herstellung von verschiedenen Tees (also den Stilltee würde ich nie trinken, was da drin ist, *brrr* das kann nicht gut schmecken!!! *schüttel*) über Salben bis zu irgendwelchen Alkoholmischungen, der Komissionierung (die Bestellungen der Stationen herrichten) bis zur Annahme der Medikamentenlieferungen darf ich recht viel tun für eine Praktikantin, und ich bin sehr zufrieden 😉

Hier im Konvent leben 11 Schwestern, und der Konvent befindet sich im Krankenhaus.

Hmm…vielleicht ist der Tagesablauf interessant, denn Krankenhauskonvente sind immer ein wenig früher dran…

4.55 Uhr -> mein Wecker läutet

5.35 Uhr -> Morgengebet

6.00 Uhr -> Messe, anschl. Frühstück

7.30 Uhr -> mein Dienstbeginn

12.00 Uhr -> Mittagsgebet, anschl. Mittagessen

13.00 Uhr -> Ende der Mittagspause

16.30 Uhr -> Dienstschluss

17.00 Uhr -> Abendessen

17.40 Uhr -> Rosenkranz, dann Abendgebet

18.30 Uhr -> Montag und Freitag Rekreation

Ein recht dichter Zeitplan! Mittwochs ist freier Abend, da bin ich das erste Mal aus dem Krankenhaus gekommen!

Zum Krankenhaus. Krankenhäuser haben es an sich, verwirrend zu sein. Und der Weg von der Kapelle und Refektorium zu den Zimmern, die in einem anderen Gebäudeteil liegen, ist mehr als verwirrend.

Durch schmale weissgekachelte Kellergänge, die gefühlt hundert Abzweigungen haben, mit dem Lift runter, dann wieder rauf in den 5. Stock…am ersten Tag wurde ich immer abgeholt, ich hätte mich so verlaufen, und mich nie wieder gefunden!

Nachdem ich aber den Kellergängen gedroht hatte, wenn sie sich nicht bald in meinem Kopf entwirren, dass ich sie mit meinen bunten Smileystickern markiere, schaffte ich den Weg Montag Abend schon alleine! (Obwohl da vielleicht eher mein Unterbewusstsein eine Rolle gespielt hat, das meine Sticker nicht verschwenden wollte 😀 )

So sehen die Gänge aus:

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Und an einer Ecke gibt es einen Eckspiegel, der sehr sinnvoll ist, um nicht mit irgendwelchen Wäschwägen zusammenzustossen. Ich benutzte ihn jedenfalls um mir, wenn ich zum Morgengebet gehe, selbst eine Grimasse zu schneiden 😉 hier ein Bild ohne Grimasse haha…da sieht man die Gänge noch mal…5 Minuten braucht man um anzukommen!

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Unsere Kapelle:

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Und zum Schluss noch ein paar Impressionen aus dem Jägerstätter-Park:

Schautafel zu Franz Jägerstätter und die Kirche spiegelt sich im Teich…

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Herbstfärbung und die Pfarrkirche richtig herum 😉

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zum Nachdenken…

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und zum Schluss unser Logo:

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Und damit verabschiede ich mich wieder, kümmere mich wieder um meine „Hörhilfe“ und wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

Lieben Gruss!

Sr. Ida

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